Presse

Het Financieele Dagblad 03.10.2011

Werfen Sie vertrauliche Informationen nicht auf die Straße

Benutzer von kostenlosen Übersetzungstools geben ihr Einverständnis, Unternehmensdaten öffentlich zugänglich zu machen

Pawel Walentynowicz

Informationen sind für die meisten Firmen von größtem Wert. Vertraulichkeitsvereinbarungen mit Partnern und Unternehmen dienen dem Schutz dieses kostbaren Guts vor Wettbewerbern und Hackern. Doch wer verschwendet Gedanken an die Gefahren, die im Unternehmen an sich lauern?

Ein kostenloses Online-Übersetzungstool. Das hört sich fast zu schön an, um wahr zu sein. Und tatsächlich ist es ein fantastisches technisches Hilfsmittel, das die Übersetzung von Wörtern, Sätzen und sogar ganzen Datenbanken möglich macht. Die am häufigsten verwendeten Programme sind Babelfish von Yahoo, Bing Translator von Microsoft und Google Translate, das sich rühmt, 69 Sprachen übersetzen zu können. Es ist gemeinhin bekannt, dass die Qualität dieser Übersetzungen schlecht ist. Aber sie geben umgehend eine Vorstellung vom Inhalt eines Texts und sind damit ideal, um die allgemeine Kernaussage eines Dokuments zu erfassen. Die meisten Benutzer denken nicht weiter darüber nach, wie die „Übersetzungsmaschine“ eigentlich arbeitet und freuen sich darüber, dass sie überhaupt funktioniert.

Nehmen wir jedoch an, dass beispielsweise ein weltweit tätiger Kundenbetreuer ein japanisches Dokument erhält und den Inhalt für eine Telefonkonferenz gleich am nächsten Morgen verstehen muss. Die interne Übersetzungsabteilung oder eine externe Übersetzungsagentur benötigt mehr Zeit für die Übersetzung, als dem Kundenbetreuer zur Verfügung steht. Also greift er wie so oft in ähnlichen Situationen auf Google Translate zurück und hat sein Übersetzungsproblem sekundenschnell gelöst. So glaubt er.
Doch was geschieht eigentlich, wenn man auf „Übersetzen“ klickt? Bevor überhaupt ein einziges Wort übersetzt werden kann, muss der Benutzer die allgemeinen Geschäftsbedingungen von Google anerkennen. Abschnitt 11 ist besonders interessant. „Indem Sie Inhalte einreichen, einstellen oder anzeigen, räumen Sie Google das zeitlich unbegrenzte, weltweite, lizenzfreie und nicht-ausschließliche Recht zur Vervielfältigung, Änderung, Übersetzung, Veröffentlichung, öffentlichen Aufführung und Anzeige sowie Verbreitung aller Inhalte ein …“. Mit anderen Worten hat der Kundenbetreuer nicht nur die Vertraulichkeitsvereinbarung mit dem Kunden verletzt, sondern möglicherweise auch mehr oder minder vertrauliche Informationen auf die Straße geworfen, so dass jedermann sich daran erfreuen kann. Wie viele Mitarbeiter benutzen in aller Naivität regelmäßig Online-Übersetzungstools, und wie viele Informationen werden dadurch bekannt? Wie oft werden internationale Vertraulichkeitsvereinbarungen auf diese Weise verletzt, nur weil Mitarbeiter die Risiken nicht kennen, die sie durch die Verwendung „kostenloser“ Tools eingehen?

Wir wissen nicht, was Unternehmen wie Google oder Microsoft jetzt oder in Zukunft mit den gesammelten Daten tun, wissen jedoch, dass Google dabei ist, sich nach und nach ein Informationsimperium zu erschaffen. Hierzu nutzt das Unternehmen YouTube (Musik- und Video-Präferenzen), die Google-Suchmaschine (individuelle Einstellungen), Gmail und Google + (persönliche Benutzerangaben), Google Maps (die ganze Welt auf Film), Google Docs (Informationen über große Literaturmengen) und Google Translate, womit täglich enorme Mengen geschützter Unternehmensdaten gesammelt werden. Man kann nur hoffen, dass nach WikiLeaks nicht als nächstes ein GoogleLeak auftritt. Das würde nämlich bedeuten, dass unfassbar viele Unternehmensdaten mit rückverfolgbarer Herkunft online verfügbar wären.

Die Firmen wären also gut beraten, zusammen mit ihren IT-Abteilungen festzustellen, wie oft ihre Mitarbeiter Websites für kostenlose Übersetzungen besuchen, und eine Alternative bereitzustellen.

Pawel Walentynowicz ist Inhaber von Transenter Translation Center.

 

Die Konferenz Effiziente und nachhaltige Geschäftstätigkeit durch Innovation und Technologie

Das Hauptziel dieses Projekts besteht in der Schaffung eines Forums für führende Wirtschaftsakteure, in dem Themen wie Umweltpflege und Innovation behandelt werden. Das Bewusstsein für die Vorteile zu wecken, die man durch Geschäftsführung in einem sozial verantwortlichen Umfeld erzielen kann, ist darüber hinaus unser Ziel.

Wir haben Redner von führenden Unternehmen aus Polen und anderen Ländern der Welt eingeladen, die über Effizienz, Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und Innovation in ihren Betrieben und der Geschäftswelt referieren werden. Wir sind geehrt, unter der Schirmherrschaft

  • des niederschlesischen Arbeitgeberverbands
  • der niederschlesischen Handelskammer

zu stehen, die viele führende Unternehmen auf dem polnischen Markt vereinen.

Die im September in Breslau stattfindende Konferenz ist die erste in einer Reihe von geplanten Veranstaltungen. Sie ist Bestandteil des Ökoeffizienz-Projektes „Eco-Efficient“, das Transenter zur Förderung von internationaler Effizienz, Innovation, Ökologie und Technologie bei führenden polnischen Unternehmen ins Leben gerufen hat.

Eco Efficient Business

Im Anschluss an die Konferenz wird eine Diskussion stattfinden, bei der die Firmenvertreter sich kennenlernen und ihre Meinungen zu den erörterten Themen austauschen können. Dies ist auch die Gelegenheit, um Kooperationen zum Austausch von Wissen und Best Practices zu begründen oder in einem sozial verantwortungsvollen Umfeld Geschäfte zu machen.